Private is Public. Doch wie kann und soll man mit der Digitalisierung umgehen?

„Haltung annehmen und Orientierung erlangen: Private is public- politische Partizipation in der digitalen Netzwerkgesellschaft“ – unter diesem Thema fand am 16. September 2019 ein Workshop in Zusammenarbeit mit der politisch engagierten AG Zukunft der Graf-Anton-Günther-Schule und OPENION statt.

Zu Beginn der Veranstaltung informierte Prof. Dr. Christian Filk, Seminarsprecher des Seminars für Medienbildung an der Europa-Universität Flensburg, in einem komplexen Vortrag über wichtige Problemfelder der Digitalisierung, so zum Beispiel der soziale Aspekt der Persönlichkeitsveränderung. Erkenntnisse des Vortrags waren, dass es werteorientiere Diskussionen, einen grundlegenden Bewusstseinswandel und eine hohe aktive Beteiligung von allen brauche, um eine hoch-digitalisierte Gesellschaft zu legitimieren. Teilhabe solle dabei sowohl Handlungsräume für Einzelne als auch für Gruppen schaffen. Ein weiteres Ziel in der digitalisierten Welt sei eine persönliche und institutionelle Haltung zu entwickeln.

Danach ging es zu einem Expertentalk über. Teilnehmer waren Prof. Dr. Filk, Hadrien Segond, welcher das Projekt OPENION in Niedersachsen leitet, Wolfgang Schoedel, der Schulleiter der Graf-Anton-Günther-Schule und Christoph Mildner, der neben der Rolle des ersten Vorsitzenden unseres Vereins auch die Rolle des Lehrers vertrat.

Es herrschten einige Differenzen was sowohl die vorhandene als auch die mögliche Digitalisierung der Schule anging und auch die Schüler*innen brachten interessante Fragestellungen und Einwürfe ein, was eine weitere Sicht auf die Dinge verschaffte. Sie erzählten von ihren Problemen und Erfahrungen mit Digitalisierung und der damit verbundenen Bildung darüber, wobei die Probleme von „Erwachsenen“ teilweise als gar nicht so stark empfunden wurden. Diese hatten eher das Gefühl, die Jugend würde zu wenig partizipieren, hätten aber gut Ahnung von dem digitalen Bereich. Zeitlich war dieser Abschnitt unserer Veranstaltung leider sehr begrenzt, denn die Beteiligung bei der Diskussion war sehr groß. Allerdings konnte in den drei folgenden Workshops mit jeweils um die zwanzig Teilnehmer*innen das Thema noch detaillierter bearbeitet werden:

Der erste Workshop beschäftige sich mit der Fragestellung, wie Projekte und Vereine dazu beitragen können, jungen Menschen bei der politischen Partizipation in der digitalen Gesellschaft zu helfen. Das Oberthema war dabei Mitspracherecht der Jugendlichen, unter anderem auch im politischen Sinne. Nachdem in einer Mindmap gesammelt wurde, wie man partizipieren kann und welche Assoziationen die Gruppe mit dem Thema hat, arbeiteten Kleingruppen an einzelnen Beispiel-Initiativen, die für Schüler*innen umsetzbar wären und welche Ansprechpartner hilfreich sein könnten.

Workshop zwei hatte die Fragestellung „Wie kann Schule Jugendliche auf neue Formen der politischen Partizipation vorbereiten?“. Dabei wurde zunächst ein erst kürzlich aufgetretener Fake-News-Fall bis zu seiner Entstehung zurückverfolgt. Nach dem Einstieg wurde das Thema Fake News im Allgemeinen aufbereitet. Auch die Sicherheit von Internetseiten und Merkmale für eine vertrauenswürdige Seite wurden thematisiert. Letztendlich wurde ein kritischer Blick darauf geworfen, was Schule zum Thema Medienaufklärung tun kann und sollte und inwiefern dies bereits umgesetzt wird.

Im dritten und letzten Workshop wurde das optimale Aussehen der Angebote von Parteien, Verbänden und Institutionen, sodass junge Menschen im digitale Zeitalter an Politik teilhaben können, behandelt. Da Jugendliche einen Großteil ihrer Information aus Social-Media- Seiten beziehen wurden in diesem Workshop die Instagram- und Twitter-Profile einzelner Parteien verglichen. Twitter sei dementsprechend weitestgehend für die detailliertere Beschaffung von Informationen gut, Instagram eher für allgemeinere Informationen. Ein übersichtliches Bild und ein einheitliches Schema der Posts sowie wenig Text sei demnach bei Instagram am überzeugendsten.

Beim Zusammentragen der Workshopergebnisse sammelten wir einige Forderungen der Jugend betreffend der Verhaltensweisen von Parteien, Vereinen und Schule. Diese waren:

  • Transparenz
  • Teilhabe
  • Kommunikation
  • Professionalität
  • Ernstnehmen der Jugend
  • Unterstützung
  • Kritisch sein

Insgesamt war sowohl der Vortrag als auch die Workshops gut besucht und die Debatten und Arbeitsprozesse sehr effektiv.

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